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Xylidin B. B.
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Nageldesign oder: Wie alles begann

Mitte der 20er Jahre förderte die Erforschung von Autolack kurioserweise die Entwicklung von langhaftendem Nagellack.
Einige Laboratorien gaben sich, durch die Wirtschaftskrise bedingt, einen ökologischen Touch und produzieren Nagellack aus aufgelöstem Celuoid, also gebrauchtem und ausgemustertem Filmmaterial.

Trendsetter in Paris, vor allem aber Filmstars wie Marlene Dietrich machten erst pinkfarbene, dann knallrote Nägel modern - und die sogenannte “moon manicure” oder den “Gatsby-Look”, bei denen die Nägel nur in der Mitte rot gemalt werden, während das Nagelmöndchen und der Nagelrand ungefärbt blieben.

1932 dann der nächste große Schritt vorwärts:
Charles Revlon entwickelte zusammen mit seinem Bruder, dem Chemiker Joseph Revlon und Charles Lachmann einen undurchsichtigen, erstmals pigmenthaltigen Nagellack. Die Pigmente ermöglichten nun eine breite Palette von Farben; Revlon wird gegründet und lanciert die Mode von farblich aufeinander abgestimmtem Lippenstift und Nagellack.

Der erste künstliche Fingernagel “Nu Nails” genannt, kam 1934 auf den Markt und schenkte auch Leuten, die an ihren Nägel kauten, die Möglichkeit zu perfekten Nägeln; übrigens, die Entwicklung eines Zahnarztes aus Chicago.

Ein Jahr später ließ sich eine gewisse Eugene Rohrbach aus New Jersey ihren Nageldeckel patentieren. Dieser saß ohne Klebstoff und wurde am oberen Nagelrand eingehakt.
Gleichzeitig wurden erstmals neue Produkte getestet, bevor sie auf den Markt kamen. Wir zitieren dazu das “Ladies Home Journal”: “In einer Nagellackfabrik wurde ein kompletter Manikürsalon eingerichtet, wo eine Expertin laufend die Nägel von Angestellten manikürt und dabei genau notiert, wie lange der Nagellack zum Trocknen braucht und ob der Nagellack gut hält und schön glänzt. Sie überprüft auch, wie der Nagellack nach einem, drei und fünf Tagen aussieht. Und wenn ihr Testbericht negativ ausfällt, dann kommt der entsprechende Nagellack nie auf den Markt.

Die besondere Architektur der Fingernägel

Warum die Nagelsubstanz immer nur quer reißt?

 


Britische Forscher sind dem Geheimnis auf die Spur gekommen, warum Fingernägel nie der Länge nach, sondern immer nur quer reißen: Wie Querstreben verstärken lange, dünne Zellen die mittlere Schicht des Nagelmaterials und lenken jeden Riss quer durch den Nagel – egal, aus welcher Richtung er kommt. Das schreiben die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Journal of Experimental Biology (Bd. 207, S. 735).

Nägelkauer wissen es aus eigener Erfahrung: Es ist fast unmöglich, Fingernägel in der Längsrichtung abzureißen. Laura Farren, Stefanie Shayler und Ronald Ennos von der
Universit¦t in Manchester opferten einen Teil ihrer eigenen Fingernägel, um zu untersuchen, welche Struktur diese mechanische Besonderheit verursacht. Dazu trennten sie die drei Schichten, aus denen Fingernägel bestehen, voneinander und analysierten jede einzeln. Aufbau und Struktur der oberen und unteren Schicht ähnelten der von Schiefer, entdeckten die Forscher am Elektronenmikroskop. Beide Lagen sind relativ dünn und bestehen aus kleinen, übereinanderliegenden Hornplättchen.

Diese Schichten sind jedoch nicht für die Bruchfestigkeit in Längsrichtung verantwortlich, denn sie lassen sich sowohl längs als auch quer gleich leicht einreißen. Anders die mittlere Schicht: Sie ist nicht nur deutlich dicker, sondern es ist auch viermal mehr Kraft nötig, sie in Längsrichtung zu schneiden als in Querrichtung. Das spiegelt sich auch in der Struktur wider: Dicht gepackt liegen langgezogene, keratinreiche Zellen mit den Längsachsen parallel zum Nagelrand nebeneinander und bilden so die stabilisierenden Querstreben. Jeder Bruch oder Riss, der von oben auf eine solche Strebe trifft, kann sich nicht weiter nach unten fortpflanzen, sondern breitet sich nur entlang der Strebe aus.

Dieser Aufbau schützt das empfindliche Nagelbett vor Verletzungen, schreiben die Forscher. Ihrer Ansicht nach haben die beiden äußeren Lagen ebenfalls wichtige Funktionen, da sie den Nagel durch ihren ziegelartigen Aufbau vor Brüchen in der Querrichtung schützen und ihm gleichzeitig Elastizität verleihen. Außerdem umschließen die dünnen Lagen an den Rändern alle drei Schichten und verhindern so das Absplittern einzelner Lagen.

ddp/bdw – Ilka Lehnen-Beyel

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